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Das Hüftgelenk

 

Anatomie und Funktion des Hüftgelenks

 

Definition der Hüftgelenksarthrose

 

Ursachen der Hüftgelenksarthrose

 

Krankheitszeichen der Hüftgelenksarthrose

 

Vorbeugung bei der Hüftgelenksarthrose

 

Anatomie und Funktion des Hüftgelenks

Das Hüftgelenk bietet als Kugelgelenk unter allen Gelenken im Körper den zweitgrößten Bewegungsspielraum nach dem Schultergelenk. Entsprechend seiner hohen mechanischen Belastung ist es auch besonders anfällig für Abnutzungsprozesse.

Das Hüftgelenk ist das Gelenk, das das Bein mit dem Rumpf verbindet. Der Oberschenkel endet in einem Gelenkkopf, der von sehr starken Bändern in der sogenannten Gelenkpfanne gehalten wird. Diese Gelenkpfanne wird von den verschiedenen Anteilen des knöchernen Beckens gebildet. Der Gelenkkopf des Oberschenkelknochens ist von Gelenkknorpel überzogen, ebenso wie die Gelenkpfanne. Knorpel und eine filmartige Flüssigkeitsschicht aus der Gelenkflüssigkeit vermindern die Reibungskräfte bei Bewegungen. Ernährt wird der Knorpel nur indirekt - er enthält keine eigenen Blutgefäße, sondern nimmt Nährstoffe aus der Gelenkflüssigkeit auf. Knorpel ist eine nur gering am Stoffwechsel teilnehmende (bradytrophe) Substanz.

 

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Definition der Hüftgelenksarthrose

Eine Arthrose ist eine Gelenkveränderung aufgrund von Verschleiß und Alterung (Degeneration). Bei der Hüftgelenksarthrose (Coxarthrose) betrifft sie das Hüftgelenk.

Eine beginnt mit einer Fehlernährung des Knorpels. Sie wiederum beruht auf einer übermäßigen Belastung (Fehlstellung, vermehrte Inanspruchnahme des Gelenks). Der Knorpel verliert seine Elas Arthrosetizität und wird dünner, damit weniger belastbar. Teilweise werden kleinste Anteile abgeschilfert und in die Gelenkflüssigkeit abgestoßen. Dort führen sie zu einer schmerzhaften Entzündungsreaktion, die sich neben Schmerzen in Schwellung, Überwärmung, Rötung und eingeschränkter Gelenkfunktion äußert. In diesem Fall spricht man von aktivierter Arthrose. Von einer ruhenden Arthrose spricht man, wenn zwar der Gelenkknorpel abgebaut ist, aber keine Entzündungszeichen vorliegen.

Wurde Gelenkknorpel abgerieben, so wird der entstandene Defekt wieder repariert, allerdings nicht mehr mit dem sehr gleitfähigen ursprünglichen Glasknorpel, sondern mit einem derberen Faserknorpel. Die Gleiteigenschaften des Gelenkes haben sich verschlechtert, ein Verschleiß kann bei rauerer Oberfläche wiederum schneller vonstatten gehen. Als Ausgleich für die vermehrte Beanspruchung lagert der unter dem Knorpel liegende Knochen vermehrt Mineralstoffe ein und verdickt sich - die Form wird plumper und man kann das Gelenk schlechter bewegen.

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Ursachen der Hüftgelenksarthrose

Zu den Ursachen der Hüftgelenksarthrose zählen angeborene oder erworbene Gelenkfehlstellungen, Ernährungsstörungen des Gelenkknorpels, Fehlbelastungen, Gelenkverletzungen oder Knochenbrüche sowie ererbte Veranlagungen.

Die möglichen Ursachen für die Hüftgelenkarthrose können sein:

  • Angeborene Gelenkfehlbildungen wie die Hüftdysplasie, bei der es zu einer Knochenausreifung bei einem falschen Winkel zwischen Hüftkopf und Hüftpfanne kommt.
  • Krankheiten im Kindesalter (Perthes-Krankheit, jugendliche Hüftkopflösung), hierbei wird der Hüftkopf nicht ausreichend durchblutet, stirbt ab und verformt sich.
  • Gelenkfehlstellungen (z.B. rachitische O- oder X-Beine) oder langfristige starke Belastung, Fehlbelastung bei denen es zu einer ungleichmäßigen Druckverteilung innerhalb des Gelenkes kommt.
  • Gelenkverletzungen, Knochenbrüche, vor allem im Bereich des Oberschenkelhalses
  • Störungen im Gelenkstoffwechsel (Gicht, Rheuma, bakterielle Entzündungen), bei diesen Erkrankungen zerstören Entzündungsprozesse oder Ablagerungen von Stoffwechselprodukten die Gelenkinnenhaut oder den Knorpel.
  • Übergewicht beschleunigt den Verlauf von Arthrosen der gewichttragenden Gelenke, da durch das erhöhte Körpergewicht auch der Druck auf den Knorpel steigt.
  • Erbanlagen mit Veränderungen der Hüftgelenkform oder der Knorpelqualität   Seitenanfang

Krankheitszeichen der Hüftgelenksarthrose

Die wesentlichen Krankheitszeichen der Arthrose sind der Schmerz, die Bewegungseinschränkung und Muskelverspannungen im Bereich des betroffenen Gelenkes. Bei der aktivierten Arthrose kommen auch Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung und Überwärmung dazu. Ebenfalls ein typisches Zeichen einer fortgeschrittenen Arthrose sind Reibegeräusche. Diese Krankheitszeichen sind meistens so typisch für die Arthrose, dass zur Sicherung der Diagnose allenfalls noch eine Röntgenaufnahme erforderlich ist.

Auf eine Arthrose weisen hin:

  • "Anlaufschmerzen"
  • Belastungsschmerzen
  • eingeschränkte Beweglichkeit
  • Muskel- und Sehnenverspannung

Der Schmerz

Nahezu alle Patienten (95%) mit Arthrose geben an, dass der Schmerz zunächst bei Beginn eines Bewegungsablaufes als „Anlaufschmerz“ auftritt. Nach längerem Ruhen sowie morgens kann auch Gefühl der Steifigkeit dazukommen. Der Anlaufschmerz geht nach einer kurzen Zeit zunächst wieder zurück und tritt erst bei längerer Belastung wieder als „Ermüdungsschmerz“ auf. Beim weiteren Voranschreiten der Arthrose bestehen die Schmerzen schließlich auch in Ruhe.

Bei der Hüftarthrose ist typischerweise das Aufstehen aus einem tiefen Sessel sehr schmerzhaft; die Schmerzen ziehen oft von der Leiste in den Oberschenkel.  Seitenanfang

Die eingeschränkte Beweglichkeit

Die Bewegungseinschränkung ist zunächst durch die Schmerzen bedingt, der Patient versucht, das Gelenk zu schonen und besonders schmerzhafte Bewegungen zu vermeiden. Dies führt zu reflexhaften, also unwillkürlichen Muskelverspannungen, die ihrerseits weitere Schmerzen verursachen. Länger (über mehr als 2 Wochen) andauernde Muskelverspannungen enden in Verkürzungen (Kontrakturen) der Muskeln und schränken den möglichen Bewegungsumfang weiter ein.

Auch die Passive Beweglichkeit ist eingeschränkt. Bei Hüftgelenkarthrose lässt sich der Oberschenkel schlechter beugen und strecken, nur unter Schmerzen abspreizen und schlechter bis gar nicht mehr drehen.

Entzündungszeichen

Bei einer aktivierten Arthrose schwillt die Gelenkkapsel an, was zu einem Spannungsgefühl in der Leiste führt. Bei einer eher chronisch schleichenden Degeneration ist das Gelenk durch Knochenauswüchse ebenfalls dicker, allerdings fällt dies unter der Muskulatur kaum auf.

Durch die Reizung der Gelenkinnenhaut durch abgeriebene Knorpelteilchen kommt es zu entzündlichen Veränderungen im Bereich des betroffenen Gelenks. Die Gelenkkapsel ist geschwollen , und es kann auch ein Gelenkerguss, also eine Flüssigkeitsansammlung in der Gelenkhöhle, auftreten. Die vermehrte Ansammlung von Flüssigkeit in der Gelenkhöhle führt vielfach zu einem vorübergehenden Gefühl der Schmerzerleichterung, was darauf zurückzuführen ist, dass die Gelenkflächen besser aufeinander gleiten.Seitenanfang

 

Reibegeräusche

Abrieb von Knorpelteilchen und die aufgeraute Knorpeloberfläche bei der Arthrose führen manchmal dazu, dass über dem Gelenk Reibegeräusche hörbar oder als „Knirschen“ beim Betasten des Gelenks fühlbar sind.

Vorbeugung bei der Hüftgelenksarthrose

Sowohl jeder einzelne mögliche Betroffene als auch seine Ärzte können viel dafür tun, das Auftreten einer Hüftgelenksarthrose zu vermeiden oder wenigstens hinauszuzögern.

Arthrosen kann recht gut vorgebeugt werden. Bei größeren Fehlstellungen, z.B. einer erst spät entdeckten angeborenen Hüftdysplasie erhalten vorbeugende Maßnahmen lange die Lebensqualität und tragen dazu bei, einen möglicherweise anstehenden Operationstermin hinauszuschieben. Das ist vorteilhaft, denn kein künstliches Hüftgelenk hält ewig, selbst wenn die Fortschritte auf diesem Gebiet heute groß sind.

Die möglichen Maßnahmen zur Vorbeugung der Hüftgelenksarthrose umfassen:

  • Die weitgehende Vermeidung von Fehlbelastungen durch Ausgleichssport bei einseitiger oder nur geringer beruflicher Belastung, oder auch Schuhhöhenausgleich bei Beinlängendifferenz.
  • Das Vermeiden von Überlastung der Gelenke. Hierzu gehört die Reduktion von Übergewicht reduzieren aber auch das Drosseln übertrieben ehrgeiziger Sportprogramme.
  • Regelmäßige Bewegung. Diese sorgt für gute Knorpelernährung und für einen stabilen Muskelmantel, der die Gelenke entlastet. Ideal ist Schwimmen, weil die Gelenke ohne hohe Belastung durchbewegt werden oder Radfahren, weil die Bewegung unter teilweiser Gewichtsentlastung möglich ist.
  • Abwechslungsreiche Ernährung, diese wirkt sich auf die Zusammensetzung der knorpelernährenden Gelenkflüssigkeit aus.
  • Bei unfallbedingten Verletzungen des Gelenks sollte dafür Sorge getragen werden, dass eine möglichst vollständige Wiederherstellung der Knorpel- Knochen- und Bänderanteile stattfindet. Selbst bleibende „Knochenstufen“ von nur wenigen Millimeterbruchteilen können Jahre oder Jahrzehnte später zu einer Arthrose führen.
  • Bei vorliegenden eingetretenen Fehlstellungen ist die Umstellungsosteotomie eine operative Vorbeugung der Arthrose. Bei diesem Eingriff wird die Gelenkachse verändert, indem der Winkel zwischen Oberschenkelschaft und – hals verändert wird. Hierdurch wird das Gelenk wieder in seine korrekte Achse eingestellt, sodass die Fehlbelastung beendet wird, wodurch sich eine nennenswerte Arthrose vermeiden lässt.

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